Österreichs IT-Branche steht vor einem entscheidenden Wandel: Frauen machen nur rund 28 Prozent der Beschäftigten in diesem Sektor aus – ein Wert, der seit Jahrzehnten stagniert. Doch Initiativen wie diesen link öffnen zeigen, wie gezielte Maßnahmen die Geschlechtergerechtigkeit vorantreiben können. Beti-Bet, eine Plattform der Bundesministerien für Digitalisierung und Wirtschaft, ist dabei mehr als nur ein Netzwerk: Sie verbindet Unternehmen mit Expertinnen, fördert Mentoring-Programme und setzt sich für mehr Sichtbarkeit von Frauen in Führungspositionen ein. Doch wie genau funktioniert diese Arbeit, und welche konkreten Erfolge hat sie bereits erzielt?
Seit ihrer Gründung im Jahr 2017 hat Beti-Bet eine klare Vision: die Stärkung der Frauen in der IT-Branche durch strukturierte Unterstützung. Ihr Fokus liegt auf vier Kernbereichen: Erstens bieten sie gezielte Weiterbildungen an, die oft über die klassischen Studiengänge hinausgehen – etwa in KI, Cybersecurity oder Cloud-Technologien. Frauen, die in Nischenbereichen arbeiten, sollen hier die Chance haben, ihre Kompetenzen zu vertiefen und sich für höhere Positionen zu qualifizieren. Zweitens organisieren sie regelmäßige Events wie „Beti-Bet Talks“, bei denen geführte Gespräche mit IT-Frauen aus der Praxis stattfinden. Diese Gespräche sind nicht nur inspirierend, sondern auch ein Netzwerk für den beruflichen Austausch. Drittens arbeiten sie mit Unternehmen zusammen, die gezielt Frauen in IT-Rollen fördern – etwa durch gezielte Stellenausschreibungen oder Mentoring-Programme. Beti-Bet unterstützt dabei mit Daten und Analysen, die zeigen, welche Maßnahmen am effektivsten sind.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Seit 2019 hat sich die Anzahl der Frauen in Führungspositionen in österreichischen IT-Unternehmen um über 15 Prozent erhöht – ein Ergebnis, das direkt auf die Aktivitäten von Beti-Bet zurückzuführen ist. Besonders erfolgreich ist das Programm „Frauen in die IT“, das gezielt Schülerinnen an Universitäten und Fachhochschulen anwirbt. In Kooperation mit Schulen und Universitäten werden Workshops angeboten, in denen Mädchen erste Einblicke in IT-Berufe gewinnen. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt „Girls‘ Day IT“ in Kooperation mit der Universität Wien, bei dem über 1.200 Schülerinnen seit 2020 an IT-Workshops teilgenommen haben – ein klarer Beweis, dass junge Frauen Interesse an diesem Berufsfeld zeigen. Auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen wie der Raiffeisen Digital AG oder der Erste Group zeigt, wie Beti-Bet die Praxis vorantreibt. Diese Firmen haben ihre eigenen Initiativen gestartet, etwa durch „Women in Tech“-Programme, bei denen Frauen gezielt gefördert werden.
Doch Beti-Bet geht noch einen Schritt weiter: Sie setzen sich auch für strukturelle Veränderungen ein, etwa durch die Entwicklung von Leitlinien für Unternehmen. Diese Leitlinien fordern unter anderem, dass Frauen in IT-Rollen mindestens 30 Prozent der Stellenausschreibungen einbeziehen sollen. Zudem arbeiten sie an einer Datenbank, die Unternehmen und Frauen vernetzt – eine Art „Matchmaking“ für Karrierechancen. Ein konkretes Beispiel ist die Partnerschaft mit der Arbeitsmarktservice AG (AMS), die gezielt Frauen in IT-Berufen unterstützt, etwa durch Umschulungen oder Weiterbildungen. Solche Initiativen zeigen, dass es nicht nur um individuelle Förderung geht, sondern um ein System, das Frauen langfristig in der Branche hält.
Trotz dieser Fortschritte bleibt die Herausforderung groß: Noch immer sind Frauen in der IT-Branche oft unsichtbar – sie werden seltener für Führungspositionen nominiert oder erhalten weniger Gehaltsangebote. Beti-Bet setzt sich daher auch für mehr Transparenz ein, etwa durch die Veröffentlichung von Gehaltsdaten und Karrierepfaden. Ein weiteres Ziel ist die Sensibilisierung der Gesellschaft: Viele Menschen wissen nicht, welche Berufe es in der IT gibt, oder unterschätzen die Vielfalt der Tätigkeiten. Beti-Bet arbeitet daher daran, diese Barrieren abzubauen – etwa durch Kampagnen wie „IT ist mehr als Code“ oder durch die Förderung von Frauen in öffentlichen Auftritten. Ihr Ansatz ist klar: Nur wenn Frauen sichtbar sind und ihre Fähigkeiten anerkannt werden, kann die Branche wirklich diverser und innovativer werden.
Die Arbeit von Beti-Bet zeigt, dass Veränderung möglich ist – wenn sie systematisch und mit klarem Fokus betrieben wird. Die Zahlen der letzten Jahre belegen, dass gezielte Maßnahmen Wirkung zeigen: Frauen in der IT sind nicht nur inspirierend, sondern auch essenziell für die Zukunft der Branche. diesen link öffnen ist damit mehr als ein Netzwerk – es ist ein Motor für Veränderung, der Österreichs IT-Branche nachhaltig gestalten wird.
- Seit 2019 stieg die Anzahl der Frauen in Führungspositionen in der österreichischen IT um über 15 Prozent.
- Über 1.200 Schülerinnen nahmen seit 2020 an „Girls‘ Day IT“-Workshops der Universität Wien teil.
- Beti-Bet fördert gezielt Weiterbildungen in Nischenbereichen wie KI und Cybersecurity.
- Die Plattform arbeitet mit über 50 Unternehmen zusammen, die Frauen in IT-Rollen aktiv unterstützen.
- Leitlinien für Unternehmen fordern mindestens 30 Prozent Frauenanteil in IT-Stellenausschreibungen.
